Warum PC, Handy, Drucker und Auto Updates brauchen
Updates schließen Lücken, über die Angreifer an Ihre Geräte und Daten kommen, und das betrifft längst nicht nur den Computer. Wir erklären für PC, Smartphone, Tablet, Drucker, Router und Auto, wie Updates ankommen, wo Sie nachsehen und was Sie tun, wenn keine mehr kommen.
0151 1206 0778Die kurze Antwort
Jedes Sicherheitsupdate, ja. Updates schließen Lücken, die Angreifer sonst ausnutzen, und davon wurden 2025 weltweit im Schnitt 132 pro Tag neu gemeldet. Das gilt für jedes Gerät, das mit dem Internet verbunden ist:
- PC und Laptop: Windows Update installiert das meiste von selbst. Lassen Sie es eingeschaltet und starten Sie neu, wenn Windows darum bittet.
- Smartphone und Tablet: Schalten Sie automatische Updates ein und halten Sie die Apps im Store aktuell.
- Drucker: Spielen Sie Firmware-Updates über das Menü oder die App des Herstellers ein und ändern Sie das Admin-Passwort.
- Router: Bei der FRITZ!Box installiert die Werkseinstellung neue Versionen automatisch. Lassen Sie das so.
- Auto: Viele neuere Autos laden Updates per Mobilfunk. Installieren Sie sie, wenn das Auto sicher steht, und lassen Sie Rückrufe in der Werkstatt erledigen.
Bekommt ein Gerät keine Updates mehr, nutzen Sie es nicht mehr für Online-Banking und E-Mail.
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Warum Updates so wichtig sind
Jedes Programm hat Fehler, und manche davon sind Lücken, durch die Fremde auf ein Gerät gelangen. Findet der Hersteller eine solche Lücke, schließt er sie mit einem Update. Ab diesem Moment wissen aber auch Angreifer, wo sie suchen müssen, und nehmen sich die Geräte vor, auf denen das Update fehlt. Das BSI zählt Updates deshalb zu den wirksamsten Mitteln gegen Angriffe aus dem Internet.
Die Zahl der gemeldeten Lücken wächst seit Jahren. 2025 waren es mehr als siebenmal so viele wie 2016:
Veröffentlichte CVE-Einträge: öffentlich gemeldete Lücken in Programmen und Geräten. Für 2026 sind das erste und zweite Quartal gezählt, Stand 22. Oktober 2026. Quelle: CVE-Programm: Metrics
Wie schnell es gehen kann, zeigte im Oktober 2026 die PHP-Lücke PHP2Shell. Amazon sah den ersten Angriffsversuch vier Tage, bevor das Update erschien, und am Tag der Veröffentlichung wurde sie breit angegriffen. Was das für Websites bedeutet, steht im Ratgeber PHP2Shell.
Automatische Updates sind der einfachste Schutz. Eingeschaltet haben sie laut Cybersicherheitsmonitor 2026 von BSI und Polizeilicher Kriminalprävention aber nur 26 % der Befragten, weitere 24 % installieren Updates regelmäßig von Hand.
Die Nachteile lassen sich meist auffangen: mit einer Sicherung vor großen Updates, einem Neustart am Abend und beim Drucker mit einem Blick in die Update-Hinweise.
PC und Laptop
Unter Windows 10 und 11 sind automatische Updates ab Werk eingeschaltet. Microsoft veröffentlicht Sicherheitsupdates jeden zweiten Dienstag im Monat, dazu bei dringenden Lücken auch zwischendurch. Viele Updates wirken erst nach einem Neustart. Wenn Windows darum bittet, starten Sie also neu, statt die Meldung wochenlang wegzuklicken. Den Stand sehen Sie unter Einstellungen → Windows Update.
Auch die Programme brauchen Updates. Browser wie Chrome, Firefox und Edge aktualisieren sich selbst, ebenso die meisten Virenscanner. Bei anderen Programmen finden Sie die Funktion meist im Menü Hilfe unter einem Eintrag wie Nach Updates suchen. Programme, die Sie nicht mehr nutzen, deinstallieren Sie am besten, dann müssen sie auch nicht gepflegt werden.
Windows 10 bekommt seit dem 14. Oktober 2025 keine regulären Updates mehr. Wer weiter Sicherheitsupdates möchte, braucht das ESU-Programm von Microsoft oder steigt auf Windows 11 um. Die Möglichkeiten erklärt der Ratgeber Windows 10 Support beendet. Am Mac finden Sie Updates unter Systemeinstellungen → Allgemein → Softwareupdate.
Smartphone und Tablet
Auf dem iPhone und dem iPad schalten Sie unter Einstellungen → Allgemein → Softwareupdate → Automatische Updates ein, dass neue Versionen von selbst kommen. Bei Android heißt der Menüpunkt je nach Hersteller etwa Software-Update oder Systemupdate, oft unter Einstellungen → System. Apps aktualisieren Sie im App Store oder bei Google Play, auch dort lässt sich das automatisch einstellen.
Spielen Sie auch die großen neuen Versionen ein. Apple schließt nach einem Bericht von heise nur in der jeweils neuesten Version alle bekannten Lücken, ältere Versionen bekommen nur noch einen Teil der Korrekturen.
Wie lange ein Gerät Updates bekommt, hängt vom Hersteller ab. Seit dem 20. Juni 2025 gilt in der EU für neue Smartphones und Tablets: Updates, die ein Hersteller für ein Modell herausbringt, müssen noch mindestens fünf Jahre nach dem Verkaufsende des Modells kostenlos bereitstehen, Sicherheitskorrekturen spätestens vier Monate, nachdem sie für das Betriebssystem erschienen sind. Ob das die Hersteller zu Updates verpflichtet, ist laut heise umstritten. Die Zusagen gehen weit auseinander: Google verspricht für Pixel-Handys ab dem Pixel 8 sieben Jahre, Samsung für die Galaxy-S-Reihe ab dem S23 ebenfalls sieben. Für einige günstige Motorola-Modelle gibt es dagegen keine neuen Android-Versionen und nur zwei bis drei Jahre Sicherheitsupdates. Apple nannte für iPhone und iPad keine feste Zahl an Jahren, als die EU-Regel in Kraft trat.
Fragen Sie deshalb vor dem Kauf, wie lange das Gerät Updates bekommt, gerade bei günstigen Modellen. Dabei hilft unsere Kaufberatung.
Drucker
Ein WLAN-Drucker ist ein kleiner Computer in Ihrem Heimnetz und bekommt Updates für seine Firmware, also die fest eingebaute Software. Sie finden sie je nach Modell im Menü am Display, etwa unter Einstellungen oder Wartung, in der App des Herstellers oder auf der Support-Seite Ihres Modells.
Ein Update allein reicht beim Drucker aber nicht immer. Im Juni 2025 meldete die Sicherheitsfirma Rapid7 acht Lücken in 748 Modellen von Druckern, Scannern und Etikettendruckern, 689 davon von Brother. Sieben ließen sich per Firmware schließen. Bei der achten lässt sich das Admin-Passwort ab Werk aus der Seriennummer des Geräts errechnen. Brother hat dafür die Fertigung umgestellt, bei älteren Geräten bleibt die Lücke. Ändern Sie deshalb das Admin-Passwort Ihres Druckers, wenn Sie es nie geändert haben. Das Handbuch nennt den Weg, meist über die Weboberfläche, die Sie im Browser mit der Adresse des Druckers aufrufen.
Es gibt beim Drucker auch einen Grund zur Vorsicht. HP schreibt nach einem Bericht des Schweizer Rundfunks SRF von 2022 selbst, dass regelmäßige Firmware-Updates Patronen mit fremdem Chip sperren können, auch solche, die vorher funktioniert haben. Laut HP lässt sich der Drucker so einstellen, dass er Updates erst nach Ihrer Freigabe installiert. Wenn Sie fremde Patronen nutzen, ist das eine Möglichkeit. Lesen Sie dann vor jedem Update, was es ändert, und spielen Sie Sicherheitsupdates trotzdem ein.
Router
Der Router ist die Tür zwischen Ihrem Heimnetz und dem Internet. Bei der FRITZ!Box installiert die Werkseinstellung neue Versionen von FRITZ!OS einige Wochen nach dem Erscheinen automatisch. Von Hand suchen Sie unter System → Update nach einer neuen Version. Fehlt dieser Menüpunkt, hat Ihr Internetanbieter die FRITZ!Box gestellt und spielt die Updates selbst ein. Bei anderen Mietgeräten fragen Sie Ihren Anbieter, wer sich darum kümmert.
Hilfe zu Router und Empfang gibt es bei WLAN und Netzwerk.
Auto
Ein neues Auto steckt voller Software, vom Motor über die Assistenzsysteme bis zum Navi. Viele Hersteller schicken Updates inzwischen über das Mobilfunknetz, ähnlich wie beim Smartphone. Der ADAC nennt das Updates "over the air". Sie beheben Fehler, bringen neue Funktionen und schalten manchmal auch bezahlte Extras frei. Ältere Autos ohne Internetverbindung bekommen Updates in der Werkstatt, oft bei der Inspektion.
Seit dem 7. Juli 2024 dürfen in der EU nur noch neue Autos zugelassen werden, die gegen Cyberangriffe geschützt sind. So steht es in der EU-Verordnung 2019/2144 über die Sicherheit von Fahrzeugen.
So gehen Sie mit Updates am Auto um:
- Starten Sie ein Update nur, wenn das Auto sicher steht und Sie es für die angegebene Dauer nicht brauchen.
- Lesen Sie die Hinweise zum Update. Der ADAC warnt, dass Updates auch Eigenschaften verändern können, die Sie gekauft haben, und fordert vom Hersteller volle Offenheit darüber.
- Fragen Sie bei der Inspektion, ob es neue Software für Ihr Auto gibt.
- Rückrufe kündigt der Hersteller per Brief an. Ob Ihr Modell betroffen ist, sehen Sie in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts. Nach Angaben des ADAC gingen 2018 schon 16 % der Rückrufe auf fehlerhafte Software zurück.
So spielen Sie ein großes Update ein
Sicherheitsupdates laufen meist unbemerkt durch. Bei einem großen Versionswechsel, etwa einem neuen iOS oder einer neuen Windows-Version, lohnt etwas Vorbereitung:
Sichern
Kopieren Sie Fotos und Dokumente auf eine externe Festplatte oder in die Cloud.
Strom anschließen
Laptop, Handy oder Tablet ans Ladegerät. Ein Update sollte nicht mittendrin am leeren Akku scheitern.
Zeit einplanen
Starten Sie das Update, wenn Sie das Gerät eine Stunde lang nicht brauchen, zum Beispiel am Abend.
Installieren
Folgen Sie den Hinweisen und schalten Sie nicht aus, auch wenn der Fortschritt lange stillsteht.
Prüfen
Öffnen Sie E-Mail, Banking-App und Fotos einmal. Am PC hilft eine Testseite auf dem Drucker.
Wie Sie Fotos und Dokumente sichern, steht im Ratgeber Datensicherung.
Wenn keine Updates mehr kommen
Irgendwann stellt jeder Hersteller die Updates für ein Gerät ein. Das Gerät funktioniert danach weiter, neue Lücken bleiben aber offen. Das BSI rät, dann zu prüfen, ob ein Nachfolger infrage kommt. Bis dahin gilt: kein Online-Banking, keine Einkäufe und keine E-Mails mehr auf diesem Gerät, und keine Konten, die Sie woanders noch brauchen.
Wenn Sie Hilfe möchten
Wir kommen in Kiel und im Einsatzgebiet rund um Kiel zu Ihnen nach Hause. Wir prüfen, welche Geräte bei Ihnen noch Updates bekommen, schalten automatische Updates ein und spielen ausstehende Updates mit Ihnen ein. Mehr zur PC-Hilfe, zur Smartphone-Hilfe, zur Drucker-Hilfe und zu den Preisen.
Weiterführende Quellen
- BSI: Softwareupdates schnellstmöglich installieren
- BSI: Cybersicherheitsmonitor
- CVE-Programm: Zahl der gemeldeten Lücken (englisch)
- EU-Verordnung 2023/1670 zum Ökodesign von Smartphones und Tablets
- heise: Welche Hersteller fünf Jahre Updates liefern (englisch)
- heise: Kein Update-Versprechen für iPhone und iPad (englisch)
- Rapid7: Lücken in Brother-Druckern (englisch)
- SRF: HP blockiert fremde Patronen
- FRITZ!: FRITZ!OS-Update
- ADAC: Updates over the air
- EU-Verordnung 2019/2144 über die Sicherheit von Fahrzeugen
- Kraftfahrt-Bundesamt: Rückrufe
Häufige Fragen
Darf ich ein Update auch später installieren?
Ein paar Stunden sind kein Problem, ein Update am Abend statt mitten im Videoanruf ist in Ordnung. Länger sollten Sie Sicherheitsupdates nicht aufschieben. Das BSI rät, sie möglichst rasch zu installieren, weil Angreifer oft kurz nach Bekanntwerden einer Lücke zuschlagen.
Woran erkenne ich ein gefälschtes Update?
Echte Updates kommen über die Einstellungen des Geräts oder den App Store. Eine E-Mail, eine SMS oder ein Fenster beim Surfen, das zum Herunterladen eines Updates auffordert, ist fast immer eine Falle, vor solchen Fälschungen warnt auch das BSI. Schließen Sie die Meldung und sehen Sie selbst in den Einstellungen nach.
Was mache ich mit einem Gerät, das keine Updates mehr bekommt?
Für Online-Banking, E-Mail und Einkäufe sollten Sie es nicht mehr nutzen. Ein altes Tablet taugt noch als Bilderrahmen oder Radio, wenn keine Konten mehr darauf angemeldet sind. Das BSI rät, bei Support-Ende nach einem Nachfolger zu schauen.
Werden Geräte durch Updates langsamer?
Das kann passieren, vor allem wenn eine große neue Version auf ein altes Gerät kommt. Für Smartphones und Tablets, die seit dem 20. Juni 2025 in der EU verkauft werden, gilt: Bremst ein Funktionsupdate das Gerät aus, muss der Hersteller die alte Leistung kostenlos wiederherstellen.
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