Smarte Thermostate: Lohnt sich der Tausch am Heizkörper?
Programmierbare und smarte Thermostate senken die Temperatur, wenn niemand im Raum ist. Wir erklären, wie viel das realistisch spart, welche Arten es gibt, worauf Sie beim Kauf achten und wie der Tausch am Heizkörper geht.
0151 1206 0778Die kurze Antwort
Programmierbare und smarte Thermostate sparen Heizkosten, weil sie Räume nur dann warm halten, wenn Sie sie nutzen. Das Umweltbundesamt nennt etwa 10 Prozent Ersparnis, andere unabhängige Stellen liegen zwischen 6 und 15 Prozent. Herstellerangaben von bis zu 30 Prozent werden laut ADAC selten erreicht.
Am meisten bringt der Tausch, wenn Räume tagsüber oder an einzelnen Tagen leer stehen. Wer ohnehin den ganzen Tag zu Hause ist und von Hand sorgfältig herunterdreht, spart weniger. Den Thermostatkopf können viele selbst wechseln, auch in der Mietwohnung. Achten Sie beim Kauf auf den passenden Adapter für Ihr Ventil und darauf, ob das System eine Zentrale oder ein Abo braucht.
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Was ein smartes Thermostat anders macht
Ein normales Thermostat hält Tag und Nacht die Temperatur, die Sie eingestellt haben. Ein programmierbares Thermostat folgt einem Zeitplan: morgens warm, tagsüber kühler, wenn Sie außer Haus sind, abends wieder warm und nachts abgesenkt. Ein smartes Thermostat kann das auch und lässt sich zusätzlich über eine App auf dem Handy einstellen, oft auch von unterwegs oder per Sprachbefehl. Die meisten drosseln außerdem die Heizung, wenn Sie lüften, weil sie den plötzlichen Temperaturabfall bemerken oder einen Fensterkontakt haben.
Gespart wird durch den Zeitplan. Den hat auch ein einfaches programmierbares Thermostat ohne App; die App macht das Einstellen bequemer.
Wie viel Sie realistisch sparen
Das Umweltbundesamt beziffert die Ersparnis durch programmierbare Thermostate auf etwa 10 Prozent der Heizenergie. Der ADAC hat weitere Zahlen zusammengetragen: Stiftung Warentest kommt auf etwa 6 bis 10 Prozent der Heizkosten, Verbraucherzentrale und co2online auf 9 bis 15 Prozent.
Der ADAC rechnet ein Beispiel vor. Bei 1.000 Euro Heizkosten im Jahr und 8 Prozent Ersparnis sind das rund 80 Euro. Fünf Thermostate für zusammen 300 Euro hätten sich dann nach knapp vier Jahren bezahlt gemacht.
In Mehrfamilienhäusern fällt die Rechnung kleiner aus. Dort wird nur ein Teil der Heizkosten nach Verbrauch abgerechnet, nach der Heizkostenverordnung zwischen 50 und 70 Prozent, und nur dieser Teil sinkt. Bei Etagenheizungen, deren Raumtemperatur zentral an der Therme eingestellt wird, sind smarte Thermostate nach Angaben der Verbraucherzentrale schwieriger einzusetzen.
Wo sich der Tausch lohnt
Gut geeignet sind Wohnungen, in denen Räume zeitweise leer stehen: wenn Sie tagsüber unterwegs sind, ein Gästezimmer selten benutzt wird oder Sie öfter verreisen. Weniger bringt es in einer kleinen Wohnung, die den ganzen Tag gleichmäßig genutzt wird.
Sie müssen nicht gleich jedes Zimmer ausstatten. Der ADAC rät, mit den Räumen anzufangen, die Sie viel nutzen, etwa Wohnzimmer und Bad.
Welche Art zu Ihnen passt
Programmierbar ohne App
Den Zeitplan stellen Sie direkt am Thermostat ein. Das ist die günstigste Lösung und spart nach den Zahlen oben ähnlich viel. Das Programmieren an den kleinen Tasten ist allerdings fummelig.
Smart mit WLAN
Das Thermostat verbindet sich direkt mit Ihrem Router und braucht keine zusätzliche Zentrale. Das passt, wenn das WLAN an allen Heizkörpern gut ankommt.
Smart mit Zentrale
Viele Systeme steuern die Thermostate über eine eigene Zentrale, die am Router hängt. Thermostate und Zentrale müssen denselben Funkstandard nutzen, Geräte verschiedener Hersteller passen deshalb oft nicht zusammen. Viele FRITZ!Box-Modelle mit Telefonbasis können selbst als Zentrale für passende Thermostate desselben Herstellers dienen. Geräte mit dem Standard Matter über Thread brauchen einen sogenannten Thread-Border-Router.
Reine Bluetooth-Modelle lassen sich nur in der Nähe per Handy steuern, also nicht von unterwegs.
Worauf Sie beim Kauf achten
- Passt das Thermostat auf Ihr Ventil? Für viele Ventile liegen Adapter bei, für manche Bauarten brauchen Sie einen eigenen. Prüfen Sie vor dem Kauf die Liste des Herstellers; fehlt der Adapter, scheitert die Montage.
- Braucht das System eine Zentrale, und kostet sie extra?
- Hängen Funktionen an einem Abo? Bei manchen Systemen funktioniert etwa die automatische Fenster-Erkennung ohne Abo nur eingeschränkt, zum Beispiel als bloße Mitteilung aufs Handy.
- Wo landen Ihre Daten? Heizdaten und Anwesenheitszeiten speichern viele Hersteller auf ihren Servern. Die Verbraucherzentrale rät zu verschlüsselten Funkverbindungen, regelmäßigen Updates und einem Blick in die Datenschutzerklärung.
- Lässt sich das Thermostat auch am Gerät bedienen? Mit einem Drehrad oder Tasten am Thermostat selbst können Sie oder Ihr Besuch die Temperatur auch ohne Handy ändern.
Der Tausch am Heizkörper
Den Thermostatkopf zu wechseln ist meist ein einfacher Handgriff. Das Ventil bleibt am Heizkörper, es tritt also kein Wasser aus. Sie brauchen eine Wasserpumpenzange und einen Schraubendreher.
- Drehen Sie das alte Thermostat auf die höchste Stufe. Dann drückt es kaum noch auf den Stift im Ventil und lässt sich leichter abnehmen.
- Lösen Sie die Mutter, mit der das Thermostat am Ventil sitzt. Manche Thermostate sind stattdessen mit einer Klemmschraube befestigt.
- Setzen Sie, falls nötig, den Adapter auf das Ventil.
- Montieren Sie das neue Thermostat. Halten Sie sich dabei genau an die Anleitung, auch bei der Reihenfolge von Batterien und Montage, denn viele Geräte fahren danach einmal den Ventilweg ab.
Sitzt ein Ventil fest oder tropft es, überlassen Sie die Arbeit einem Heizungsbetrieb. Bewahren Sie die alten Köpfe auf, in einer Mietwohnung bauen Sie sie beim Auszug wieder an.
Wenn Sie Hilfe möchten
Für die Auswahl hilft ein Blick auf die Heizkörper: welche Ventile verbaut sind, wie gut das WLAN in den Räumen ankommt und ob Ihr Router schon als Zentrale taugt. Wir kommen in Kiel und im Einsatzgebiet rund um Kiel zu Ihnen nach Hause, montieren die Thermostate und richten die Zeitpläne mit Ihnen ein. Mehr zur Smart-Home-Beratung, zur Kaufberatung und zu den Preisen. Wenn Sie die Heizung später per Sprache steuern möchten, beginnt das mit Alexa einrichten.
Weiterführende Quellen
Häufige Fragen
Darf ich in der Mietwohnung die Thermostate tauschen?
In der Regel ja, und Sie müssen den Vermieter nicht fragen, weil Sie nur den Aufsatz wechseln und das Ventil am Heizkörper bleibt. Bewahren Sie die alten Thermostatköpfe auf und bauen Sie sie beim Auszug wieder an.
Wie oft muss ich die Batterien wechseln?
Viele Modelle laufen mit zwei AA-Batterien, die nach Angaben des ADAC je nach Gerät etwa alle ein bis zwei Jahre fällig sind. Smarte Thermostate zeigen einen niedrigen Ladestand meist in der App an.
Was bedeuten die Zahlen auf einem normalen Thermostat?
Die mittlere Stufe, meist die 3, entspricht etwa 20 Grad. Das Umweltbundesamt empfiehlt für Wohnräume möglichst nicht mehr als 20 Grad, für die Küche 18 und für das Schlafzimmer 17 Grad.
Kann ich smarte Thermostate mit Alexa steuern?
Viele Systeme lassen sich mit Sprachassistenten wie Alexa verbinden. Ob Ihr Sprachassistent unterstützt wird, steht auf der Verpackung oder auf der Website des Herstellers.
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