WLAN zu langsam? 7 häufigste Ursachen
Langsames WLAN liegt selten am Internetanschluss. Wir zeigen die sieben häufigsten Ursachen in der Reihenfolge, in der Sie sie prüfen sollten, von der Router-Position bis zum überfüllten Funkkanal.
0151 1206 0778Die kurze Antwort
Wenn Ihr WLAN langsam ist, liegt das in den meisten Fällen nicht an Ihrem Internetanschluss, sondern an der Funkstrecke zwischen Router und Gerät. Prüfen Sie in dieser Reihenfolge:
- Router-Position (freistehend, erhöht, mittig)
- Kabel-Test: Ist die Leitung selbst überhaupt schnell?
- Frequenzband: 5 GHz statt 2,4 GHz nutzen
- Funkkanal: überfüllte Kanäle vermeiden
- Alte Geräte, die das ganze Netz bremsen
- Falsch aufgestellte Repeater
- Router-Alter und Firmware
Der wichtigste Schritt ist Nummer 2. Er sagt Ihnen, ob Sie überhaupt ein WLAN-Problem haben oder ein Anschluss-Problem.
Auf dieser Seite
- Zuerst: Messen, nicht raten
- Ursache 1: Der Router steht falsch
- Ursache 2: Sie funken auf dem falschen Band
- Ursache 3: Der Funkkanal ist überfüllt
- Ursache 4: Ein altes Gerät bremst alle anderen
- Ursache 5: Der Repeater sitzt an der falschen Stelle
- Ursache 6: Der Router ist zu alt
- Ursache 7: Es ist gar nicht das WLAN
- Die Prüfliste in Kurzform
- Wenn Sie nicht weiterkommen
- Weiterführende Quelle
Zuerst: Messen, nicht raten
Bevor Sie irgendetwas umstellen, brauchen Sie zwei Messwerte.
Messung 1: per Kabel. Verbinden Sie einen Laptop mit einem Netzwerkkabel direkt mit dem Router und führen Sie einen Speedtest durch. Nutzen Sie dafür am besten den Speedtest der Bundesnetzagentur, weil dessen Ergebnisse auch bei einer Beschwerde beim Anbieter zählen.
Messung 2: per WLAN, am selben Ort wie sonst.
Jetzt vergleichen Sie:
- Kabel schnell, WLAN langsam → Sie haben ein WLAN-Problem. Lesen Sie weiter.
- Beides langsam → Ihr Anschluss liefert nicht, was er soll. Das ist ein Fall für den Anbieter, nicht für Router-Einstellungen.
Diese zwei Minuten sparen oft einen ganzen Nachmittag Fehlersuche an der falschen Stelle.
Ursache 1: Der Router steht falsch
Das ist die häufigste Ursache und die am einfachsten zu behebende. WLAN breitet sich kugelförmig aus und wird von Material gedämpft. Besonders schlecht sind:
- Wände aus Beton oder Stahlbeton
- Fußbodenheizungen (Metallgeflecht im Boden)
- Spiegel und metallbeschichtete Fensterscheiben
- Aquarien und Heizkörper
Typische Fehler: Router im Keller, im Schrank, hinter dem Fernseher oder direkt neben dem Sicherungskasten.
Besser: freistehend, etwa auf Hüfthöhe oder höher, möglichst zentral in der Wohnung. Zwischen Router und häufig genutzten Räumen sollten so wenige Wände wie möglich liegen. Schon ein Meter Verschiebung aus einer Nische heraus kann einen deutlichen Unterschied machen.
Ursache 2: Sie funken auf dem falschen Band
Moderne Router senden auf zwei Frequenzbändern gleichzeitig:
2,4 GHz hat eine größere Reichweite und durchdringt Wände besser, ist aber langsamer und stark überfüllt, denn auch Mikrowellen, Bluetooth-Geräte und Babyfone funken hier.
5 GHz ist deutlich schneller und meist viel freier, hat aber weniger Reichweite und tut sich schwerer mit Wänden.
Viele Router bieten beide Bänder unter demselben Namen an und entscheiden selbst, welches ein Gerät benutzt. Diese Automatik trifft nicht immer die beste Wahl: Geräte "kleben" gern am langsameren 2,4-GHz-Band, obwohl 5 GHz verfügbar wäre.
Was hilft: Vergeben Sie testweise für beide Bänder unterschiedliche Netzwerknamen, zum Beispiel mit dem Zusatz "-5G". Dann sehen Sie, welches Band Ihr Gerät nutzt, und können bewusst wählen. Für Geräte in Router-Nähe (Fernseher, Arbeitsplatz-PC) nutzen Sie 5 GHz, für weit entfernte Geräte 2,4 GHz.
Ursache 3: Der Funkkanal ist überfüllt
In Mehrfamilienhäusern ist das ein echtes Problem. Wenn zehn Nachbarn auf demselben Kanal funken, teilen sich alle die Kapazität.
Die meisten Router haben eine Automatik, die den besten Kanal wählt. Die läuft aber oft nur beim Neustart. Ein simpler Router-Neustart kann deshalb schon helfen, denn er löst eine neue Kanalwahl aus.
Bei einer FRITZ!Box finden Sie das unter WLAN → Funkkanal. Dort zeigt Ihnen die Übersicht, welche Kanäle in der Umgebung belegt sind. Steht die Einstellung auf einem sichtbar überfüllten Kanal, setzen Sie sie auf "Funkkanal automatisch festlegen" oder wählen Sie manuell einen freien.
Im 2,4-GHz-Band überlappen sich die Kanäle. Nur 1, 6 und 11 sind wirklich unabhängig. Ein Wechsel von Kanal 6 auf 7 bringt daher praktisch nichts.
Ursache 4: Ein altes Gerät bremst alle anderen
Das überrascht viele: Ein sehr alter WLAN-Client kann das gesamte Netz ausbremsen. Weil der Funkkanal geteilt wird, blockiert ein langsam sendendes Gerät die Luft länger für jede übertragene Datenmenge.
Typische Kandidaten sind alte Drucker, Smart-Home-Zwischenstecker, Überwachungskameras und Tablets, die seit Jahren in der Schublade liegen.
Was hilft: Schalten Sie nicht genutzte WLAN-Geräte ab. Alte Drucker und Kameras schließen Sie besser per Netzwerkkabel an. In der Geräteliste Ihres Routers sehen Sie, was tatsächlich verbunden ist. Oft sind das mehr Geräte als erwartet.
Ursache 5: Der Repeater sitzt an der falschen Stelle
Ein Repeater verstärkt kein Signal, er wiederholt es. Was er empfängt, gibt er weiter. Ist der Empfang am Repeater schon schlecht, verteilt er ein schlechtes Signal. Zusätzlich halbiert ein einfacher Repeater die Geschwindigkeit, weil er abwechselnd empfängt und sendet.
Der klassische Fehler: Der Repeater wird dort aufgestellt, wo das WLAN schlecht ist. Richtig ist die Mitte zwischen Router und Problemzone, an einer Stelle mit noch gutem Empfang.
Eine mögliche Lösung ist ein Mesh-System: mehrere Stationen, die als ein Netz zusammenarbeiten und Geräte automatisch an die beste Station übergeben. Ein Netzwerkkabel zwischen den Stationen entlastet die Funkverbindung. Powerline hängt stark von der Elektroinstallation ab und sollte vor Ort getestet werden.
Ursache 6: Der Router ist zu alt
Router altern schlecht. Ein Gerät, das acht Jahre durchgelaufen ist, hat oft veraltete Funkstandards und bekommt keine Sicherheitsupdates mehr.
Als Orientierung: Ab Wi-Fi 5 (802.11ac) ist ein Router brauchbar, Wi-Fi 6 kann bei vielen gleichzeitig aktiven Geräten Vorteile bieten. Ob ein Austausch nötig ist, hängt auch von Endgeräten, Anschluss und Funkabdeckung ab.
Prüfen Sie in jedem Fall, ob Firmware-Updates verfügbar sind. Sie verbessern häufig auch die Funkleistung. Und falls Sie den Router von Ihrem Anbieter gemietet haben: Fragen Sie nach einem Austausch gegen ein aktuelles Modell.
Ursache 7: Es ist gar nicht das WLAN
Manchmal ist alles in Ordnung und ein einzelner Dienst ist langsam. Prüfen Sie, ob das Problem nur bei einer bestimmten Anwendung auftritt oder überall, und ob es nur auf einem Gerät auftritt oder auf allen.
Nur ein Gerät betroffen? Dann liegt es an diesem Gerät: veralteter Treiber, vollgelaufener Speicher, Energiesparmodus für die WLAN-Karte. Nur ein Dienst betroffen? Dann liegt es an dessen Servern.
Die Prüfliste in Kurzform
- Speedtest per Kabel und per WLAN vergleichen
- Router freistellen, erhöht und mittig aufstellen
- Router neu starten, das erzwingt eine neue Kanalwahl
- 5-GHz-Band gezielt nutzen
- Belegte Funkkanäle prüfen
- Nicht genutzte WLAN-Geräte abschalten
- Repeater-Standort korrigieren oder auf Mesh wechseln
- Firmware aktualisieren, Router-Alter prüfen
Wenn Sie nicht weiterkommen
Manche Wohnungen sind funktechnisch einfach schwierig: dicke Altbauwände, Fußbodenheizung, ungünstiger Anschlusspunkt. Dann hilft kein Umstellen, sondern eine durchdachte Netzwerkplanung.
Wir messen die Signalstärke bei Ihnen vor Ort in jedem Raum, finden die tatsächliche Ursache und richten das Netzwerk passend ein, ob mit Mesh, Powerline oder Netzwerkkabel. Wir kommen in Kiel und unserem Einsatzgebiet in der Umgebung zu Ihnen nach Hause. Mehr zu unserer WLAN-Einrichtung und den Preisen.
Weiterführende Quelle
FRITZ!: Repeater richtig positionieren und die Verbindungsqualität prüfen
Häufige Fragen
Hilft es, den Router neu zu starten?
Oft ja, für eine Weile. Ein Neustart löst eine neue Wahl des Funkkanals aus und beendet hängende Verbindungen. Kehrt das Problem schnell zurück, liegt die Ursache meist bei Standort, Funkband oder einem alten Gerät.
Ist ein Repeater oder ein Mesh-System besser?
Für mehrere Räume oder Etagen ist ein Mesh-System meist die stabilere Lösung, weil die Stationen zusammenarbeiten und Geräte selbst weiterreichen. Ein einzelner Repeater kann reichen, wenn nur ein Raum schlecht versorgt ist und er an einer Stelle mit gutem Empfang steht.
Woran erkenne ich, ob der Anbieter schuld ist?
Messen Sie per Netzwerkkabel direkt am Router. Ist die Leitung auch dort deutlich langsamer als gebucht, liegt das Problem beim Anschluss und nicht am WLAN. Das Messprotokoll der Bundesnetzagentur können Sie dem Anbieter vorlegen.
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